Brictius-Quelle in Thal – Garching

Broschüre:
Kapelle am ehemaligen Standort der Kirche © A. Rosenegger

Labsal für die Altötting- Wallfahrer

Auf einer Wiese, knapp einen Kilometer östlich der ehemaligen Wallfahrtskirche Margarethenberg, steht die äußerlich schmucklose Kapelle von Thal. An ihrer Stelle erhob sich ehemals eine dreischiffige Kirche, hervorgegangen aus einem 1122 geweihten Vorgängerbau, der dem Hl. Brictius, geweiht war und nach der Säkularisation 1803 dem Verfall preisgegeben wurde. Unweit der heutigen Kapelle tritt eine Quelle aus dem Hang hervor, die höchstwahrscheinlich mit der ehedem als heilsam erachteten Brictius-Quelle identisch ist. 1760 wird eine „Capell und das darbey vorhandene Heilpründl“ erwähnt, auch von einer „kupfernen muschl zum Prunn nacher Margarethenthal“ ist die Rede. Die Brictius-Quelle im Thal erfreute sich also im 18. Jahrhundert großer Aufmerksamkeit, vor allem bei den Fußwallfahrern, die entweder zum nahen Margarethenberg oder zum Gnadenort Altötting unterwegs waren. Der erfrischende Quell verlieh nicht nur Stärkung auf dem Wallfahrtsweg, sondern er wurde, wie viele andere seiner Art, auch gerne zur Auswaschung der Augen aufgesucht. Mit diesem Wasser dürften früher auch Taufen vollzogen worden sein, denn die ehemalige Kirche im Thal besaß ein Tauf- und Beerdigungsrecht. Der gotisch anmutende Stein in der jetzigen Kapelle könnte einst die Funktion eines Tauf- steines erfüllt haben.

Ehemalige KircheThal bei Margaretenberg auf einem Gemaelde, um 1760 © W. Hopfgartner
Autor/in: Albert Rosenegger